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Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt (von den Privatkassen als
gemischte Krankenanstalt) und auch beihilfefähig.
PERIOSTITIS
(Chronische
Entzündung der Knochenhaut, des Periost)
Eine sehr wichtige Vorbemerkung:
Die wichtigste Waffe der
speziellen Schmerztherapie ist die therapeutische Lokalanästhesie, also die
Behandlung mit einem (lang wirkenden) örtliche Betäubungsmittel in Form von
Infiltrationen und Nervenblockaden. Sind die Schmerzen auf eine Entzündung
zurückzuführen, wie bei dieser Erkrankung, so ist diese Behandlung nicht nur
symptomatisch (= also nicht nur auf das Krankheitszeichen
"Schmerz") ausgerichtet, sondern auch kurativ (=
heilend), da diese Therapie im behandelten Bereich neben der
Schmerzunterdrückung auch zu einer enormen Durchblutungssteigerung führt und
unter einer guten Durchblutung heilen entzündliche Prozesse sicher ab, eine
uralte medizinische Weisheit. Wird die Entzündung durch Erreger (z.B. Bakterien)
verursacht, so führt die gesteigerte Durchblutung dazu, daß die verabreichten
Antibiotika nunmehr bei den Erregern auch "ankommen" und diese vernichten
können.
Daß Lokalanästhetika (=
örtliche
Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich
wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken
Sie hier.
Nun aber zum eigentlichen Thema
Die Knochenhaut heißt auf lateinisch Periost. Der Wortteil -itis- steht für eine Entzündung. Demnach bedeutet de Begriff "Periostitis" die Entzündung der Knochenhaut.
Die Knochenhaut umhüllt den Knochen und enthält reichlich Gefäße und Nerven.
Eine Periostitis kann in 2 Formen auftreten:
Zu den einzelnen Periostitis -Formen:
Eine aseptische Periostitis kann durch
Schlag, Stoß oder mechanische Reibung entstehen, häufig im Rahmen von
sportlichen Aktivitäten. Häufige Lokalisationen:
Schienbein,
Ellenbogen,
aber auch
Schambein (Periostitis
pubis).
Diese Form einer Periostitis ist meist harmlos und klingt nach kühlen Umschlägen
und Einreibung mit entzündungshemmenden Salben bald wieder ab, ebenso der damit
verbundene
Schmerz.
Keinesfalls harmlos ist eine Periostitis
infolge einer Infektion
(= Eindringen von Krankheitserregern wie Bakterien oder
Viren), entweder hämatogen
(= durch Absiedelung aus dem
Blut), iatrogen
(= durch ärztlichen Eingriff verursacht, z. B. Operationen)
oder nach einem Trauma
(= Verletzung).
Hinzu kommt das Problem, daß bei einer Periostitis häufig auch das Kn
ochengewebe (Osteitis)
und das Kn
ochenmark (Osteomyelitis)
beteiligt sind.
Eine akute Periostitis mit Beteiligung von Kn
ochengewebe und Kn
ochenmark geht mit folgenden Symptomen
(= Krankheitszeichen)
einher:
Zur Therapie der (eitrigen)
Periostitis werden nach vorheriger Austestung hochdosiert Antibiotika
gegeben.
Bei Beteiligung von Kn
ochengewebe und Kn
ochenmark ist oft eine radikale
Ausmuldung des Kn
ochens, Spüldrainage und Ruhigstellung
durch Fixateur externe erforderlich.
Das Problem ist, daß Kn
ochengewebe relativ schlecht durchblutet
ist, so daß die körpereigenen Abwehrmechanismen kaum zu Tragen kommen. Aus
diesem Grunde kann eine Periostitis durch die weiter schwelende En
tzündung im darunter liegenden Kn
ochen kaum abheilen, obwohl die
Knochenhaut selbst ja einigermaßen gut durchblutet ist. Die schlechte
Durchblutung des Kn
ochens behindert natürlich auch eine
Antibiotika-Therapie und so kommt es nicht selten zu einer Chronifizierung
(= langsam, schleichender Verlauf).
Zur
Schmerz
- und Ursachenbekämpfung
im Bereich der unteren Körperhälfte (von einer Periostitis mit Beteiligung des
Kn
ochens sind hauptsächlich die
Beine
betroffen, nicht selten auch Scham- oder Sitzbein) eignet sich die
längerfristige,
kontinuierliche epidurale Blockade
(=
rücken
mark
nahe)
mit Katheter(*siehe unten).
Diese Methode hat den großen Vorteil, daß es neben der erwünschten
Unterbrechung der
Schmerz
reizleitung durch gleichzeitige Blockade vegetativer
(= das unwillkürliche
Nervensystem betreffende) Nerven zu
einer Sympath
ikolyse
(= Weitstellung der Blutgefäße)
und damit zu einer sehr deutlichen
Mehrdurchblutung kommt, wie sie systemisch medikamentös
(= durch Arzneimittel, die im ganzen Körper wirken)
nicht zu erreichen ist. In dieser Situation
ist es dann äußerst sinnvoll nochmals eine (ausgetestete) Antibiotika-Behandlung
durchzuführen weil jetzt das Antibiotikum auch die Erreger im Kn
ochengewebe erreicht. In diesem Sinne ist
diese Blockadebehand
lung in diesem Falle geradezu kurativ
(= heilend).
Bei der chronische n Periostitis des Unterschenkel s können im Rahmen der therapeutischen Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetikum) zur Durchblutungsverbesserung auch Lidocain 2% -Injektionen in die A. femoralis (= Beinschlagader) durchgeführt werden (z.B. 2 mal täglich 1-1,5ml (= 20-30 mg) im Abstand von 8-12 Stunden über 10 Tage).
Bei einer chronische n Entzündung der Knochenhaut (Periost) im Bereich des distalen (= weiter entfernt von der Körpermitte) Unterschenkels oder Fuß es bewirkt auch die kontinuierliche Blockade des Nervus ischiadicus (* siehe unten) eine kräftige Sympathikolyse (= Weitstellung der Blutgefäße) und damit eine sehr deutliche Mehrdurchblutung. Der Vorteil dieser Methode ist das geringere therapeutische Risiko.
Im Bereich des Schienbeins ist eine kontinuierliche Blockade des N. femoralis mit Katheter hilfreich (der Endast des N. femoralis, Nervus saphenus versorgt den vorderen Unterschenkel).
Auch bei der (selteneren) aseptischen (= keimfreien, ohne Beteiligung von Erregern), chronischen Periostitis sind diese Blockadetechniken hilfreich, da unter eine guten Durchblutung generell entzündliche Prozesse schneller abheilen.
Daß Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.
Wenn Schmerzen bei einer Entzündung der Knochenhaut (Periost) längerfristig bestehen, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.
* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Ner ven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit (ca. 10 bis 14 Tage) hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ner ven betroffen sind, woraus, wie oben schon ausgeführt, eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die auf entzündliche oder auch degenerative Prozesse zurückzuführen sind, hilfreich ist.
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